Englischhorn

Das so genannte Englischhorn gehört zu den Holzblasinstrumenten und wird allgemein der Familie der Oboen zugeordnet. Wie in vielen anderen Blasinstrumenten wird auch hier die Tonerzeugung von einem Rohrblatt übernommen, wobei dieses bei einem Englischhorn in der Regel in doppelter Ausführung verwendet wird.

Allerdings unterscheidet sich dieses Rohrblatt recht deutlich von anderen seiner Art, es verfügt beispielsweise nicht über einen Trichter am Ende. Stattdessen wird ein birnenförmiger Schallbecher verbaut, der umgangssprachlich auch als „Liebesfuß“ bezeichnet wird. Des Weiteren befindet sich zwischen Instrumentengehäuse und Rohrblatt ein S-förmiges Verbindungsstück. All diese Eigenheiten sorgen dafür, dass das Englischhorn einen wesentlichen wärmeren, weicheren und weniger schnarrenden Klang als ähnliche Instrumente aufweist.

Fakten über das Englischhorn

Um Verwechslungen vorzubeugen: Ein Englischhorn trägt seinen Namen nicht etwa deswegen, weil es ursprünglich aus England stammt. Experten sind sich bis heute nicht abschließend darüber einig, wie genau dieser Name entstanden ist. Am schlüssigsten ist der Erklärungsansatz, dass sich die Bezeichnung vom französischen Namen „cor anglé“ ableitet, der für ein gebogenes beziehungsweise abgewinkeltes Horn steht. Grundsätzlich ist das Englischhorn eine Weiterentwicklung der sogenannten Jagdoboe, die zum Beispiel in den Inszenierungen von Johann Sebastian Bach vielfach Verwendung fand.

Die Form des Englischhorns hat sich in den letzten Jahrhunderten etwas verändert. Moderne Englischhörner besitzen eine weitgehend gerade Bauform, lediglich das S-förmig gebogene Zwischenstück ist erhalten geblieben. Es ist heute jedoch zumeist zwischen dem Mundstück und dem Instrumentenkörper angebracht.

Wie klingt ein Englischhorn?

Kommen wir nun zum Klangbild: Grundsätzlich ist ein Englischhorn in der Tonart F gestimmt, es liegt also unterhalb der Oboe und klingt entsprechend tiefer. Verwendet wird es heute fast ausschließlich in der klassischen Musik, neben den bereits erwähnten Stücken von Johann Sebastian Bach auch in Werken von Richard Wagner, Beethoven und Haydn. Kenner der klassischen Musik lieben den sonoren, dunklen Klang des Englischhorns und hören es gerne aus einer Inszenierung verschiedenster Musikinstrumente heraus.

Klaus Malke
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