Mundorgel

Als Mundorgel bezeichnet man eine ganze Gruppe verschiedener Instrumente, die vorrangig aus dem asiatischen Raum stammen. Die bekanntesten Mundorgeln kommen dabei aus Japan und China. Obwohl sich die verschiedenen Instrumente dieser Gruppe in kleinen Details voneinander unterscheiden, ist die grundsätzliche Bauweise immer gleich.

Charakteristisch an einer Mundorgel ist die Luftkammer, an der verschiedene Pfeifen befestigt sind. Jede dieser Pfeifen verfügt über eine so genannte Durchschlagszunge, welche die durch sie strömende Luft zum Schwingen anregt und somit einen Ton erzeugt. Der Spieler bläst jedoch nicht direkt die Pfeifen an, sondern füllt die Luftkammer durch ein seitlich befestigtes Mundstück zunächst mit Luft. Diese Luft verteilt sich dann auf die verschiedenen Pfeifen. Der Spieler muss lediglich noch das Loch in der gewünschten Pfeife mit seinem Finger abdecken, so dass diese ihren Ton abgibt.

Varianten der Mundorgel

Mundorgeln gibt es mit unterschiedlichen Anzahlen von Pfeifen. Bei dem bekanntesten Instrument dieser Art, der chinesischen Mundorgel – auch Sheng genannt – variiert die Anzahl der Pfeifen zwischen 17 und 21. Je höher die Anzahl der Pfeifen ist, desto größer ist auch der Tonumfang des Instruments.

Auch hinsichtlich der Spielweise unterscheiden sich die verschiedenen Mundorgeln recht deutlich voneinander.

  • Es gibt Modelle, bei denen die Pfeifen lediglich beim Ein- oder Ausatmen gespielt werden können.
  • Es gibt aber auch solche, bei denen dies sowohl beim Ein- als auch beim Ausatmen funktioniert.

Ausschlaggebend hierfür ist die Konstruktion der Stimmzunge. Wird sie direkt angeblasen, ertönen die Klänge der Mundorgel grundsätzlich nur beim Ausatmen. Besitzt die Stimmzunge dagegen eine symmetrische Bauweise und sitzt als Passivresonator in der Pfeife, so können sowohl beim Ein- als auch beim Ausatmen Töne erzeugt werden.

Wie klingt eine Mundorgel?

Im Video bekommen Sie einen Eindruck davon, wie sich eine thailändische Mundorgel anhört.

Klaus Malke
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