Bratsche

Die Bratsche ist eines der bekanntesten Streichinstrumente und gleicht in ihrer Bauform der Violine – mit dem Unterschied, dass sie etwas größer ist. Folgerichtig gehört die Bratsche zur Familie der Violinen und übernimmt innerhalb dieser die Alt-Stimme. Man bezeichnet die Bratsche daher auch als Viola.

Beiden Instrumenten gemeinsam sind die drei A-, D- und G-Saiten. Für einen tieferen Klang besitzt die Bratsche allerdings zusätzlich eine C-Saite, die Violine sorgt dagegen mit ihrer höherliegenden E-Saite für einen durchdringenden, lauteren Klang. Das Klangbild der Bratsche stellt sich dementsprechend dunkel, melancholisch und ruhig dar. Er macht die Bratsche unverwechselbar. Interessant zu wissen ist, dass dieser Klang im Wesentlichen durch ein Missverhältnis von Größe und Stimmung des Instruments hervorgerufen wird. Der Korpus müsste eigentlich noch größer sein, um der Stimmung zu entsprechen.

Größenmissverhältnis der Bratsche

Grund dafür ist der Mensch, beziehungsweise der Spieler des Instrumentes. Naturgemäß hat der Mensch nur eine beschränkte Armspannweite und kann daher ein Instrument auch nur in beschränktem Radius dauerhaft und ohne schädliche Folgen für die Gesundheit spielen. Wäre der Korpus der Bratsche so groß, wie es ihre Stimmung erfordert, wäre das Spiel auf diesem wunderbaren Instrument für einen Menschen kaum dauerhaft möglich.

Nutzung der Bratsche

Die Bratsche ist heute das klassische Orchesterinstrument. Ihr Part liegt durchweg im Altschlüssel, was schon vor vielen Jahrhunderten der Fall war. Zusammen mit der Violine bildet sie eine unverzichtbare Gemeinschaft, wobei die Violine führt, die Bratsche das Ganze mit ihrem einzigartigen, dunklen Klang unterlegt.

Aufgrund der besseren Spielbarkeit wurden Bratschen insbesondere im 18. Jahrhundert stetig verkleinert, erst in den letzten Jahrzehnten und mit neuem, wachsenden Interesse an diesem Instrument wurde der Korpus wieder den ursprünglichen Maßen angeglichen. Heute sind Bratschen mit Korpuslängen zwischen 38 und 47 cm erhältlich. Das jeweilige Instrument sollte jedoch auf die körperlichen Gegebenheiten des Spielers individuell angepasst werden, um ein dauerhaftes und gesundheitlich unbedenkliches Spiel zu ermöglichen.

Wie klingt eine Bratsche

Klaus Malke
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