Cembalo

Im ausgehenden Mittelalter gehörte das Cembalo zu den bekanntesten und beliebtesten Musikinstrumenten. Heute ist das Tasteninstrument jedoch weitgehend ausgestorben, man kennt allenfalls noch den Namen. Aktive Cembalospieler gibt es dagegen kaum noch. Allerdings sind seit einigen Jahren elektronische Cembali auf dem Markt erhältlich, die eine Renaissance dieses Instrumentes einläuten könnten. Sogar das klassische Design wurde bei der Entwicklung des elektronischen Instruments berücksichtigt.

Geschichte des Cembalos

Doch zunächst etwas zur Geschichte: Im ausgehenden Mittelalter, in der Zeit der Renaissance verbreitete sich das Cembalo in der ganzen Welt. Seine Blütezeit erlebte es jedoch in der darauf folgenden Periode des Barock, bis es schließlich durch andere Tasteninstrumente wie das Klavier wieder vom Markt verdrängt wurde. Das Cembalo verschwand daraufhin bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts nahezu vollständig in der Versenkung. In dieser Zeit wurde es wiederentdeckt, wobei sich die daraufhin gefertigten Exemplare allerdings deutlich von den historischen Originalen unterscheiden.

Merkmale des Cembalos

Da beim Cembalo nicht die Möglichkeit besteht, die Tonlautstärke durch die Stärke des Tastenanschlags zu beeinflussen, wird der Klang des Instruments oft als etwas starr, eintönig und leblos bezeichnet. Damit tut man dem Cembalo allerdings etwas unrecht. Die meisten dieser Instrumente verfügen – ähnlich wie eine Orgel – über ein Register, durch das sowohl die Lautstärke als auch die Klangfarben verändert werden können. Zudem verfügen einige Cembali zusätzlich über einen sogenannten Lautenzug, also eine spezielle Dämpfung, mit der die Töne wiederum beeinflusst werden können.

Interessant ist die grundsätzliche Arbeitsweise der Tonerzeugung eines Cembalos: Durch den Tastendruck werden dornenförmige Plektren bewegt, die wiederum die im Inneren des Instruments befindlichen Saiten anreißen. Damit die Saite nicht zu lange nachschwingt, ist der Bewegungsmechanismus jedes Plektrum mit einer Filzdämpfung versehen, die bei der Rückwärtsbewegung die jeweilige Saite dämpft. Die Mechanik eines Cembalos gleich also eher einen Zupfinstrument als der eines Tasteninstrumentes.

Wie klingt ein Cembalo?

Klaus Malke
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